Das Fleischerhandwerk ist ein traditionsreiches Handwerk unter Druck: Fachkräfte fehlen, der Chef steht selbst in der Produktion, und für das Backoffice bleibt kaum Zeit. Die Digitalisierung endet vielerorts an der Kasse. Der Bedarf für die kommenden Tage wird deshalb so geschätzt, wie man das Wetter von morgen schätzt: nach Erfahrung und Gefühl. An guten Tagen liegt das erstaunlich richtig. An allen anderen wird es teuer.
Wird zu viel produziert, entsteht Verschwendung: Ware wird weggeworfen, oder es entstehen Prozesskosten für die Weiterverarbeitung, etwa wenn Gehacktes in einer Lasagne endet, die eigentlich gar nicht zum Sortiment gehört. Wird zu wenig produziert, muss ad hoc nachproduziert werden, mit Rüstkosten, die niemand eingeplant hat. Oder der Kunde steht vor der leeren Theke: der Nein-Verkauf, der leise teuerste Fehler von allen.
Mit der Prognose weiß der Betrieb mit verlässlicher Wahrscheinlichkeit, welcher Artikel in welcher Menge gebraucht wird, fokussiert auf die umsatzstärksten Artikel. Der Blick geht wieder auf die Wertschöpfung statt auf die Schätzung: verlässliche Planung, weniger Verschwendung, zufriedene Kunden.